Platte Jonathan Hultén – Eyes of the Living Night (Kscop) im Test, Bild
Die ungefähre Lesezeit beträgt 2 Minuten
Musikrezension > Platte > 19.08.2025

Jonathan Hultén – Eyes of the Living Night


Genre: Ambient Dream Grunge

Mit „Eyes of the Living Night*“ legt Jonathan Hultén ein Album vor, das mehr Ritual als bloße Musik ist – ein intimer Einblick in sein Inneres, bei dem jeder Ton einen Sinn ergibt und wie ein flackerndes Licht in dunkler Nacht wirkt. 

Der frühere Tribulation-Gitarrist lässt hier endgültig alle Metal-Wurzeln hinter sich und taucht ein in eine fragile, spirituelle Klangwelt, irgendwo zwischen Neofolk, Ambient und kunstvollem Kammerpop. Schon der Einstieg mit „The Saga and the Storm“ wirkt wie ein vorsichtig geöffnetes Tor zu einer anderen Sphäre: sphärische Keys, feingliedrige Arrangements, eine Vokal-Präsentation, die eher haucht als singt – aber mit Haltung und einer Kraft, die sich nicht aus Lautstärke speist, sondern aus Intention. Hulténs Stimme ist der rote Faden, immer präsent, aber nie dominant. Sie trägt, flüstert, bittet, erzählt. Ganz besonders kann die Reduziertheit berühren, mit der Jonathan Hultén hier große Räume geschaffen hat. „Riverflame“ ist so ein Moment – flackernd, unheilvoll schön, beinahe wie ein Spuklied aus einem verwunschenen Wald. Und „Dawn“ schließlich ist eine kleine Offenbarung. Der Song wirkt in seiner meditativen Stille fast schon heilend – und das können wir glaube ich alle gerade gut gebrauchen. „Eyes of the Living Night“ ist ein stilles Album, aber beileibe kein schwaches. 

Das Album verlangt nach Ruhe beim Hören und belohnt mit Tiefe im Nachgang. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine dichte, dunkle, wunderschöne Platte, wird mit einer still glimmenden Intensität beschenkt, die nicht laut spricht, aber lange in Erinnerung bleibt. Und genau das macht „Eyes of the Living Night“ so stark.

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Fazit

Eine introspektive Reise durch Rock, Psychedelic, Pop und Singer-Songwriter. Empfehlenswert.


TitelJonathan Hultén – Eyes of the Living Night
LabelKscop
Angehört vonMichael Bruss
Vorheriger Test

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Redakteur / Tester

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