Platte Till Brönner – Midnight (Verve Records) im Test, Bild
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Musikrezension > Platte > 15.12.2025

Till Brönner – Midnight


Genre: Jazz-Funk

Till Brönner ist es zuzuschreiben, insbesondere in Deutschland den Jazz in einer Hörerschaft populär gemacht zu haben, die bei diesem Begriff vorher das Gesicht verzogen, als hätten sie in eine Zitrone gebissen. 

Für diese und alle anderen gibt es jetzt eine wegweisende Aufnahme aus der Frühzeit seiner Karriere* erstmals auf Vinyl. Soundtechnische Grundlage dafür ist eine 2009 entstandene Überarbeitung der Einspielung aus den Jahren 1995/96, die damals aber nur auf CD veröffentlicht wurde. Jetzt gibt es sie als Doppel-LP im Klappcover, mit neuen Liner Notes und in ausgezeichneter Klang- und Fertigungsqualität. Obwohl Till Brönner zu jener Zeit karriere- und spieltechnisch schon einiges vorzuweisen hatte, war sein Bekanntheitsgrad im Vergleich zu heute noch im homöopathischen Bereich, trotzdem bot sich ihm die Gelegenheit, in New York ein Album mit Musikern seiner Wahl aufzunehmen. Neben zahlreichen anderen Könnern nahmen unter anderem der Saxofonist Michael Brecker, der Bassist Anthony Jackson und der Gitarrist Dean Brown das Angebot dankend an und assistierten dem aufstrebenden Trompeten-Star auf zwölf Titeln, die auf ganzer Linie erfreuen und es im Nachhinein unerklärlich machen, warum das Album damals nicht sonderlich beachtet wurde. 

Geboten wird eine Mischung aus Interpretationen großartiger Klassiker wie „What’s Going On“ von Marvin Gaye und „Don’t You Worry ‘Bout A Thing“ von Stevie Wonder sowie neue Kompositionen aus eigener und fremder Feder. Besonders auffällig dabei sind die beiden Stücke, die Till Brönner zusammen mit Stefan Raab komponiert hat, der damals seine große Karriere ebenfalls erst noch vor sich hatte. Auch wenn der Synthie-Bass, wie zum Beispiel auf „Racer“, manchmal etwas zu wüst eingesetzt wird, sind es vor allem die lebendigen Arrangements, die das Album zu einem großen Vergnügen machen.

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Fazit

Eine erstklassige Performance und grandiose Arrangements lassen beide Daumen steil nach oben zeigen!


TitelTill Brönner – Midnight
LabelVerve Records
Angehört vonRalf Henke
Vorheriger Test

Vijay Iyer / Linda May Han Oh / Tyshawn Sorey – Compassion - Genre: Jazz

Nächster Test

Amorphis – Borderland - Genre: Melodic Metal

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