Platte Brian Auger, Julie Driscoll and the Trinity – Open (Soul Bank Music) im Test, Bild
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Musikrezension > Platte > 04.02.2026

Brian Auger, Julie Driscoll and the Trinity – Open


Genre: Rock-Jazz

Brian Augers Album „Auger Incorporated“ wurde in der LP 3/2024 mit großer Begeisterung rezensiert. Der Labelgründer Greg Boraman hat Soul Bank Music zum Vehikel gemacht, das vorwiegend Alben und Re- Releases dieses Ausnahmemusikers auf den Markt bringt. 

Neben der 3er-LP mit Klassikern und unveröffentlichtem Material ist auch das Schlüsselwerk „Open“ aus dem Jahr 1967 erhältlich. Dieses war ein echter Meilenstein für die Karriere Brian Augers und hatte darüber hinaus bedeutenden Einfl uss auf die britische Jazz-Rock-Szene. Es erreichte 1968 Platz 12 der UK Album Charts, was zu jener Zeit ein beachtlicher Erfolg für ein Album dieses Genres war. Noch wichtiger war der internationale Durchbruch, den er mit „Open“ erzielte. Nach der Veröffentlichung in Frankreich wurden sie als Headliner für das Montreux Jazz Festival 1968 gebucht, gefolgt vom Berlin Jazz Festival im selben Jahr. Er zeigt hier seine ganze stilistische Bandbreite, die von der zarten, von Duke Ellington beeinfl ussten Piano-Ballade „Lament for Miss Baker“ bis hin zum wilden „Goodbye Jungle Telegraph“ reicht. Brian Auger demonstrierte nicht nur seine Virtuosität an der Hammond-Orgel, sondern auch seinen Humor mit bizarren Soundeffekten zwischen den Tracks. Als weitere bedeutende Persönlichkeit ist Julie Driscoll zu nennen, deren Power-Vocals die energiegeladenen Songs ideal ergänzen und den Hörer dazu animieren, körperlich in den Rhythmus einzusteigen. 

Damit hat es „Open“ zum Kultklassiker gebracht, der als Zeugnis einer einzigartigen Periode betrachtet werden kann, in der die Genregrenzen fließend und künstlerische Risikobereitschaft die Norm waren. Brian Auger leistete Pionierarbeit, in der er große Jazz-Virtuosität mit der psychedelischen Ästhetik der späten 60er Jahre verband, die sowohl musikalische Ernsthaftigkeit als auch experimentelle Verspieltheit bewahrt.

Fazit

Brian Auger nutzt seine Hammond-Orgel virtuos als Brücke zwischen den Genres.


TitelBrian Auger, Julie Driscoll and the Trinity – Open
LabelSoul Bank Music
Angehört vonRalf Henke
Vorheriger Test

Vijay Iyer / Linda May Han Oh / Tyshawn Sorey – Compassion - Genre: Jazz

Nächster Test

Chris Cheek – Keepers of the Eastern Door - Genre: Jazz

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